FEEDBACK GEBEN - DIE FEEDBACK-FALLE

Wir überschätzen als Manager und Unternehmer unsere Möglichkeit, die Leistung von Mitarbeitern oder Kollegen objektiv einzuordnen. Die daraus resultierenden Fehler beim „Rückmelden“ fasst man unter dem Begriff „Feedback-Falle“ zusammen. Vermeiden Sie diese, indem Sie im Feedback keine Beurteilungen abgeben, sondern konsequent Verbesserungsvorschläge machen!

Mitarbeitern, Kollegen – egal auf welcher Ebene – Feedback zu geben, ist eines der intensiv diskutiertesten Themen der Unternehmensführung. Jahrelang ging man davon aus, dass authentisches, ehrlich kritisches „Rückkoppeln“ der eigenen Einschätzung der Goldstandard sei. Dies hat sich als „Falle“ herausgestellt, denn – jeder kennt es – dieser Versuch der Motivation führt zu seinem genauen Gegenteil – Demotivation (siehe Eintrag „Motivation“).

Diese „Falle“ entsteht, weil unsere eigene Fehlerquote hoch ist, die Leistung anderer objektiv einzuschätzen. Weiter hindert gerade das kritische Feedback das Gehirn daran zu lernen, was doch der Weg zu erfolgreicherem Verhalten sein sollte und schließlich musste der Kritisierte Entscheidungen für die Zukunft treffen, während der „Feedback“-Geber die Situation nur im Nachhinein betrachtet.

DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

Die Eckpunkte beziehen sich in diesem Fall nicht auf die „feedback fallacy“, sondern natürlich darauf, wie Sie diese vermeiden können. Ein erster Ansatz: In Zeiten großer Anonymität ist es für jeden von uns ein erheblicher Ansporn, wenn Erfolg überhaupt wahrgenommen wird. „Die Geschäftsleitung gab je Abteilung zehn neue Abschlüsse pro Jahr vor. Sie haben 12 geschafft.“ – ist selbst ausreichender Ansporn für die Zukunft und bedarf keiner bewertenden Kommentierung.

Das Setzen klarer, quantifizierter Ziele kann viele „Feedback“-gespräche ersetzen. Jeder geeignete Mitarbeiter weiß selbst, ob ein so definiertes Ziel erreicht wurde. Anstatt das Ergebnis zu bewerten, sollte der frühere „Feedback“-geber dazu übergehen, aus seiner Erfahrung Lösungen anzubieten, die es ermöglichen, das definierte Ziel in Zukunft umzusetzen. Wenn ich weiß, dass (negative) Kritik die Leistung des Betroffenen nicht verbessert, kann ich darauf verzichten.

WAS IST ZU TUN?

Tappen Sie nicht in die „Feedback-Falle“ und ersetzen Sie alte Sprachformeln:

  • Statt: „Gute Arbeit!“ – „Wir hatten das Ziel X – Sie haben 1,2X erreicht.“
  • Statt: „Dies müssen wir verbessern.“ – „In meiner Erfahrung hat folgender Ansatz in dem vergleichbaren Projekt ABC gut funktioniert.“
  • Statt: „Dies sollten Sie tun.“ – „So würde ich das machen.“
  • Statt: „Sie sollten Ihre Präsentationen verbessern.“ – „Schauen Sie sich einmal dieses Video von Steve Jobs an, wie er präsentiert.“
  • Statt: „Das hat wirklich nicht funktioniert.“ – „Ich vermittle Ihnen einen Kontakt zu Herrn A. aus dem Schwesterunternehmen, der das Problem gut gelöst hat.“
  • Statt: „Ihnen fehlt strategisches Denken.“ – „Das Unternehmen bietet Ihnen einen einwöchigen Kurs zu Strategie an der Business School XYZ an.“
  • Statt: „Ich höre wenig von Ihnen.“ – „Wir treffen uns jeden Montag um 11 Uhr“.

In Zeiten knapper Talente können diese kleinen Änderungen Wunder bewirken!

SCHLUSSFOLGERUNG

Die Leistungen erwachsener, talentierter Mitarbeiter oder Kollegen im Rahmen von „Feedback-Gesprächen“ zu beurteilen, sollten Manager und Unternehmer vermeiden. Da die Fehlerquote bei der objektiven Einschätzung der Leistungen anderer Menschen hoch ist, riskieren Sie so, in die „Feedback-Falle“ zu tappen und die betreffende Person zu demotivieren. Zu hoch ist das Risiko, dass sich der Adressat wie ein Schüler führt. Nutzen Sie dagegen den oben vorgestellten Katalog und geben zu den Stellen, an denen Sie mit der Leistung nicht ganz zufrieden sind konkrete Verbesserungsvorschläge oder offerieren Sie konkrete Möglichkeiten der Lösung des Problems!

TRENDING

Woran scheitern M&A Transaktionen?

WEITERES AKTUELLES MANAGEMENTWISSEN

Die Management-Update-App richtet sich an Manager und Unternehmer, die ihr Know-how zur Unternehmensführung aktualisieren möchten. Wenn Sie weitere Artikel zum Thema Career interessieren, gehen Sie auf diesen Link. Eine Suchfunktion nach vielen anderen Stichwörtern zur Unternehmensführung finden Sie unter Search, eine alphabetische Auflistung aller bereits veröffentlichten Artikel unter Alphabetical und deren Gruppierung nach Themen unter Subjects. Auf der Homepage erwartet Sie eine umfangreiche Darstellung von über 50 Themen, zu denen Manager und Unternehmer über aktuelles Wissen verfügen sollten.

Kostenfrei erhalten Sie eine monatliche E-Mail mit einem Artikel, der Ihr Managementwissen aktualisiert, wenn Sie sich einfach registrieren!

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2021

Autor: Malte Friedrich Olm, MBA und Volljurist, Geschäftsführender Gesellschafter einer Corporate Finance-Beratung.

Erfahrung aus mehr als 30 Jahren bei der Beratung im Kauf und Verkauf von Unternehmen fließen in diese Artikel ein. Jetzt –  während und nach der Coronakrise – dürfte für mutige Manager ein sehr guter Zeitpunkt vorliegen, selbst Unternehmer zu werden. Mut gehört zum Unternehmersein. Wenn Sie von unserer Erfahrung profitieren wollen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf – rufen Sie uns unter 0173-8162124 an!