INNOVATIONSPROZESS AM BEISPIEL DER "INNOVATIONSMASCHINE"

Mittel- bis langfristig funktioniert wiederholte Innovation im Unternehmen nur im Rahmen einer Innovationsstrategie. Das andere Extrem ist das Durchführen einzelner, nicht in Zusammenhang stehender Experimente. Im Rahmen des Innovationsprozesses besteht der Königsweg zwischen der (ausführlichen) Formulierung einer Innovationsstrategie und dem reinen Experiment in der „Innovationsmaschine“. Diese verbindet die wesentlichen Elemente beider Ansätze und hat zum Ziel, binnen 90 Tagen zur ersten Überprüfung eines Innovationsprojektes zu kommen. Im Original wird dieser Prozess ‚innovation engine‘ genannt.

Es ist zu empfehlen, für die ‚innovation engine‘ jemanden zu bestimmen, der sich vorübergehend zu 100% seiner Zeit mit ihr befasst; die Erfahrung mit deren erster Anwendung zeigen, dass sonst die notwendige Fokussierung fehlt. Für die Idee gebührt Scott D. Anthony Respekt, der auch bei diesem Modell zutreffend darauf hinweist: „Sie können sich nicht einzelne Elemente auswählen … entweder gehen Sie jeden Schritt oder keinen!“

PHASEN EINES INNOVATIONSPROZESSES - DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

Das Starten dieser „Innovatiosmaschine“ geschieht in vier Abschnitten:

  • Tag 01 – 30: Definition der Innovationslücke, worunter das Delta zwischen dem gewünschten und dem erwarteten Wachstum zu verstehen ist;
  • Tag 20 – 50: Eingrenzen der Innovationskategorien, ohne bereits Einzelprojekte zu definieren;
  • Tag 20 – 70: Einsetzen eines Teams, das sich Vollzeit mit der Entwicklung der beschlossenen Innovationen befasst;
  • Tag 45 – 90: Aufsetzen eines Mechanismus zur Förderung der durchzuführenden Einzelprojekte.

Es erscheint von großer Wichtigkeit, dass im Unterschied zu vielen anderen Ansätzen die Innovation mit der Definition der Wachstumslücke beginnt: Eine notwendige Umsatzverdoppelung erfordert eine andere Innovationsanstrengung als ein Wachstum von jährlich 5%.

INNOVATIONSPROZESS BEISPIEL - DIE '"INNOVATIONSMASCHINE" - WAS IST ZU TUN?

Hier sind die wichtigsten Aufgaben für jeden der genannten Schritte:

  • Tag 01 – 30: Definieren Sie die Innovationslücke!
    Wählen Sie potentielle Kategorien von Innovation aus!
  • Tag 20 – 50: Fokussieren Sie sich auf zwei oder drei Innovationsfelder!
    Treffen Sie Kunden, um eigene Defizite zu erkennen!
    Definieren Sie die Technologie, mit der Sie Ihren Kunden besser dienen können!
  • Tag 20 – 70: Setzen Sie etwa fünf Mitarbeiter Vollzeit ein!
    Finden und eliminieren Sie Sackgassen!
  • Tag 45 – 90: Bestimmen Sie einen Gruppenleiter!
    Ernennen Sie einen Sponsor aus der Geschäftsleitung!
    Zeigen Sie erste Ergebnisse des Innovationsprojektes!

In 90 Tagen sind Sie nicht um die Welt, aber haben mit Hilfe der ‚innovation engine‘ eine erste Innovation – das gelungene Beispiel eines Innovationsprozesses!

SCHLUSSFOLGERUNG

Viele gerade mittelständische Unternehmen tun sich mit kontinuierlicher Innovation schwer. Entweder fehlt es an Geld, oder neben dem anstrengenden Tagesgeschäft an Zeit, oder es fällt schwer, die Erfolgsaussichten einer Produkt- oder Prozessinnovation am Markt einzuschätzen. Für alle diese Fälle ist der mit der „Innovationsmaschine“ skizzierte Prozess ein geeignetes Werkzeug: Das Verfahren ist klar zeitlich begrenzt und ist somit hinsichtlich der einzusetzenden finanziellen Mittel überschaubar. Was spricht dagegen, es einmal auszuprobieren?!

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Zuletzt aktualisiert am 24. Juni 2020

Autor: Malte Friedrich Olm, MBA und Volljurist, Geschäftsführender Gesellschafter einer Corporate Finance-Beratung.

Erfahrung aus mehr als 30 Jahren bei der Beratung im Kauf und Verkauf von Unternehmen fließen in diese Artikel ein. Jetzt –  während und nach der Coronakrise – dürfte für mutige Manager ein sehr guter Zeitpunkt vorliegen, selbst Unternehmer zu werden. Mut gehört zum Unternehmersein. Wenn Sie von unserer Erfahrung profitieren wollen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf – rufen Sie uns unter 0173-8162124 an!