VOLA PUTS

Vola Puts – auch Volatilitätsoptionen – sind Verkaufsoptionen auf Indizes, welche die Schwankungsbreite meist von Aktienindizes messen. Fällt die Volatilität eines Indizes, steigt der Wert der entsprechenden Verkaufsoption. Sie bilden einen guten Frühwarnindikator zur Prognose der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Warum muss ich wissen, was ein Vola Put ist? Weil man damit erklären kann, wie es zu Verwerfungen am Aktienmarkt kommt (wie z.B. um Februar 2018), die immer noch das Risiko einer gesamtwirtschaftlichen Kontraktion erhöhen, der sich kaum eine Branche komplett entziehen kann.

Die Manager großer Pensionskassen und Kapitalsammelstellen sind in Zeiten niedriger Zinsen auf geradezu verzweifelter Suche nach Rendite, um etwa ihren Pensionsverpflichtungen nachkommen zu können. Mit derzeit negativer Rendite auf 10-Jahres-Papiere lässt sich das nicht bewerkstelligen. Eine Möglichkeit der Aufbesserung ist das Schreiben von Vola Puts. ‚Vola‘ steht dabei für Volatilität und ‚Put‘ für Verkaufsoption – es handelt sich also um Verkaufsoptionen auf die Volatilität bzw. Schwankungsbreite eines Indizes. Fällt die Volatilität eines Indizes, steigt der Wert der entsprechenden Verkaufsoption. Kauf- und Verkaufsoptionenen auf Volatilitäten bilden zusammen ‚Vola Options‘ oder Volatilitätsoptionen.

DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

Die Manager der genannten Kapitalsammelstellen (auch von Versicherungen) verkaufen zum Zweck der Verbesserung der Rendite ihres Portfolios Verkaufsoptionen (Puts) auf Indizes, welche die Schwankungsbreite am Aktienmarkt (Volatilität oder abgekürzt Vola) messen. Das funktioniert in Zeiten historisch niedriger Volatilität sehr gut, da die Zentralbanken durch ihre lockere Geldpolitik für eine niedrige Schwankungsbreite an den Börsen sorgen. Steigt jedoch die Volatilität widererwarten an, fällt das Kartenhaus jäh in sich zusammen, denn es gibt gar keinen realen Wert, der diesen Verkaufsoptionen zu Grunde läge.

Die Instrumente, welche zum ‚Shorten‘ von Volatilität genutzt werden (dem Erwerb von Putoptionen in Erwartung des Fallens des Basiswertes), basieren häufig auf dem Inverse Volatility Index (VIX), einem Index, der das Inverse der Schwankungsbreite des Standard&Poor’s 500 misst. Ein Beispiel war die VELOCITY INVERSE VIX ETN (Exchange Traded Note – ein Wertpapier, welches an bestimmten Börsen gehandelt wird), die zwischen 2011 und 2017 bei stabiler Volatilität stetig an Wert gewann (von etwa 5 auf 145 USD).

WAS IST ZU TUN?

Wenn aber nun (wie im Februar 2018) die Volatilität des Aktienmarktes kurzfristig stark ansteigt, erleiden die Halter dieser Vola Puts massive Verluste. So fiel der Wert des genannten ETNs fast über Nacht um 90% und wurde von der ausgebenden Bank kurz darauf gekündigt. Dies zwang die oben genannten Kapitalsammelstellen dazu, zum Ausgleich schnell andere Aktien zu verkaufen oder sogar über Preis nachzukaufen. Im Kern passierte das Gleiche wie im Oktober 1987, als Banken Verkaufsoptionen in den fallenden Markt verkauften und damit den Abschwung noch drastisch beschleunigten.

In der Folge eines Crash am Aktienmarkt droht immer ein volkswirtschaftlicher Abschwung. Es lohnt sich also für den Geschäftsführer oder Inhaber eines Unternehmens durch das Controlling die Entwicklung des Inverse VIX verfolgen zu lassen. Erreicht dieser Index über einen längeren Zeitraum zu hohe Werte, besteht die Gefahr, dass sich genau dieses beschriebene Szenario wiederholt.

SCHLUSSFOLGERUNG

Nutzen Sie den Inverse VIX als Teil Ihres Frühwarnsystems im Controlling! Verläßt dieser Wert schlagartig den Bereich des längerfristigen Mittels, kündigen sich Verwerfungen in dem zu Grunde liegenden Index an  – deutlich bevor der zu Grunde liegende Index selbst reagiert. Es gab 2008 zu viele Unternehmer und Manager, die erst von den bevorstehenden volkswirtschaftlichen Verwerfungen ahnten, als der Deutsche Aktienindex schon kräftig gefallen war. Durch die Entwicklung des Inverse Volatitity Index hätten sie spätestens im Frühsommer jenen Jahres gewarnt sein müssen, um z.B. nicht unbedingt notwendige Investitionen zu drosseln und das Umlaufvermögen auf ein absolut notwendiges Niveau zu reduzieren.

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Zuletzt aktualisiert am 22. November 2020

Autor: Malte Friedrich Olm, MBA und Volljurist, Geschäftsführender Gesellschafter einer Corporate Finance-Beratung.

Erfahrung aus mehr als 30 Jahren bei der Beratung im Kauf und Verkauf von Unternehmen fließen in diese Artikel ein. Jetzt –  während und nach der Coronakrise – dürfte für mutige Manager ein sehr guter Zeitpunkt vorliegen, selbst Unternehmer zu werden. Mut gehört zum Unternehmersein. Wenn Sie von unserer Erfahrung profitieren wollen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf – rufen Sie uns unter 0173-8162124 an!