MITARBEITER MOTIVIEREN - WARUM ES NICHT FUNKTIONIEREN KANN

Motivation im Unternehmen ist der Versuch, Mitarbeiter mit verschiedenen Instrumenten – z.B. Zahlungen von Boni – dazu zu bringen, etwas zu tun, was sie eigentlich – oder nicht in diesem Umfang – tun wollen. Das funktioniert nicht, und wenn dann nur kurzfristig und auf Kosten der Compliance. Als Manager oder Unternehmer können Sie nur Demotivation vermeiden, also keine Ursachen setzen, die Ihre Mitarbeiter dazu bringen, weniger zu tun, als sie bereits von sich aus tun wollen.

Es gehört scheinbar zum guten Management zu versuchen, Mitarbeiter zu motivieren. Schwer zu überschauen ist die dazu passende Literatur und jedes Jahr stellen Unternehmen erhebliche Mittel in den Jahresbudgets bereit, mit denen Motivationstraining finanziert werden soll. Mitarbeiter bis hinauf in die höchsten Hierarchiestufen sollen zu höheren Leistungen herausgefordert werden. Aber funktioniert das?

Es funktioniert nicht. Wenn Ihre Mitarbeiter nicht aus sich selbst heraus angespornt sind, beste Leistungen zu erbringen, hilft auch kein teureres Training. Verantwortliche Kollegen, mit denen Sie am Markt bestehen wollen, sollten weder auf Manipulationstechniken reagieren, noch einseitig in ihrem Handeln auf Boni ausgerichtet sein. Spätesten die Finanzkrise 2008 zeigte, dass zu großzügige Vergütungssysteme schnell Probleme mit der Regelkonformität (Compliance) hervorrufen.

DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

Vermeiden Sie Demotivation! Wenn Sie als verantwortlicher Manager keine klaren Ziele setzen, wenn Sie Leistung nicht für den Mitarbeiter erkennbar zu Kenntnis nehmen, wenn Sie ihn nicht in wesentliche Entscheidungen einbeziehen, dann erzeugen Sie Frustration – und gegen diese Frustration hilft das beste Motivationstraining nichts. 

E.L. Kerstens Buch „The Art of Demotivation“ argumentiert hierzu sehr überzeugend: Trotz einer rasant steigenden Anzahl variabler Vergütungssysteme zeigen Umfragen, dass Mitarbeiter mit ihrer Arbeit unzufrieden sind. Und unzufriedene Mitarbeiter gehen nicht an ihre Leistungsgrenzen. Der Kern seiner These: Wir leben in einer Generation, in der die Menschen meinen, Anspruch auf finanziellen Wohlstand und Privileg auch im Unternehmen zu haben. Weitere Zuwendungen durch den Arbeitgeber und unangemessene Anerkennung schafften keine loyalen Mitarbeiter, sondern verschärften nur das Problem.

WAS IST ZU TUN?

Bieten Sie statt eines Motivationstrainings ein attraktives Gehalt und eine klare, rechenbare Gewinnbeteiligung. Wenn dieses Paket nicht wettbewerbsfähig ist, wird ein fähiger Mitarbeiter so oder so, früher oder später, das Unternehmen verlassen.

Die Unternehmensführung sollte Vertrauen in die Fähigkeit der Mitarbeiter haben, Selbstmotivation zu entwickeln. Die Qualität und der angemessene Anspruchsgrad der übertragenen Aufgabe sind für „erwachsene“ Kollegen der entscheidende Ansporn.

SCHLUSSFOLGERUNG

Verzichten Sie als Manager und Unternehmer auf den Versuch, Mitarbeiter zu motivieren – also etwas zu tun, was sie eigentlich im geforderten Umfang nicht leisten wollen. Motivationstechniken sind Manipulationstechniken. Wenn Sie Mitarbeiter haben, die sich manipulieren lassen, haben Sie ein Problem: Es braucht nur jemand zu kommen, der besser oder umfangreicher manipuliert als Sie, und der Mitabeiter oder die Mitarbeiterin verläßt das Unternehmen. So erzeugen Sie keine Loyalität.

In Zeiten knapper Talente, in denen Sie etwa Innovationsstrategien nur mit Hilfe außerordentlich talentierter Mitarbeiter umsetzen können, müssen diese Mitarbeiter durch eine anspruchsvolle und klar definierte Aufgabe, die angemessen und transparent vergütet wird, aus sich heraus motiviert sein.

Als Unternehmer und Manager können Sie nur Demotivation vermeiden. Vermeiden Sie alle unnötigen Belastungen der Mitarbeiter mit administrativen Aufgaben, vermeiden Sie Frustration durch ständig wechselnde (auch strategische) Vorgaben, vermeiden Sie Demotivation durch fehlende Unterstützung bei dem Versuch Lösungen zu finden … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Zusammenfassend: Wenn Sie dabei sind, eine anspruchsvolle Strategie umzusetzen, benötigen Sie dafür unterschiedlichste Talente. Versuchen Sie nicht, diese künstlich zu motivieren, sondern vermeiden Sie, diese extrem wertvollen Mitarbeiter zu demotivieren. Setzen Sie keine Ursachen für Demotivation!

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Zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2020

Autor: Malte Friedrich Olm, MBA und Volljurist, Geschäftsführender Gesellschafter einer Corporate Finance-Beratung.

Erfahrung aus mehr als 30 Jahren bei der Beratung im Kauf und Verkauf von Unternehmen fließen in diese Artikel ein. Jetzt –  während und nach der Coronakrise – dürfte für mutige Manager ein sehr guter Zeitpunkt vorliegen, selbst Unternehmer zu werden. Mut gehört zum Unternehmersein. Wenn Sie von unserer Erfahrung profitieren wollen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf – rufen Sie uns unter 0173-8162124 an!