BUSINESS ECOSYSTEM

Ein Business Ecosystem umfasst ein Unternehmen in seinem Verhältnis zu seinen sieben bis zehn wichtigsten Lieferanten, Abnehmern, aber auch Kooperationspartnern. Häufig haben sich gerade im deutschen Mittelstand in diesem System langjährige Partnerschaften etabliert, die zum beiderseitigen Vorteil funktionierten. Im Rahmen notwendiger Innovation kann es unabdingbar sein, mit diesen Partnerschaften zu brechen, etwa um näheren Kontakt zu den Endkunden zu erhalten.

Automation und Digitalisierung transformieren ganze Industrien. Nicht nur innerhalb des Unternehmens ändern sich die Abläufe, sondern auch dessen Verhältnis zum Ekosystem unterzieht sich einer profunden Wandlung. Was heißt das im Detail?

Viele der neuen, erfolgreichen Geschäftsmodelle ermöglichen es binnen kurzer Zeit, direkte Kontakte zu Endverbrauchern herzustellen und damit ehemalige Zwischenschritte der Wertschöpfungskette vollständig auszuschalten. Dabei benutzen Unternehmen Software und digitale Plattformen, die ihnen Informationen über die Prioritäten und das Konsumverhalten ihrer Kunden liefern. Diese Nähe, die man trotz Bedenken des Datenschutzes als Intimität bezeichnen könnte, gab es zuvor nicht.

DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

„Legacy Ecosystems“ sind durch dieses enge Verhältnis zwischen Unternehmen und Nutzern / Kunden gekennzeichnet. Wer als Unternehmer im digitalen Zeitalter mithalten will, muss bereit sein, direkten Kundenkontakt herzustellen. Dazu wird es notwendig sein, alte und bewährte Partnerschaften etwa zu Groß- oder Zwischenhändlern aufzukündigen.

Nur weil vor 10 Jahren die technischen Voraussetzungen dazu fehlten, dürfen heute in Deutschland gerade viele mittelständische Unternehmen, die faktisch Handelsvertreter ausländischer Produzenten sind, nicht davon ausgehen, dass der Geschäftsherr auch in weiteren 10 Jahren noch auf direkten Kundenkontakt verzichtet. Das ist die notwendige Kehrseite der Möglichkeit der Produzenten, ein „Legacy Ecosystem“ zu konstruieren.

WAS IST ZU TUN?

Um ein innovatives Ekosystem aufzubauen, müssen Unternehmen Wege suchen, enge Kontakte zu den Endnutzern / Endverbrauchern herzustellen. Der SAPio empfiehlt dazu diese „Must Dos“:

  • Entwickeln Sie eine Digitalstrategie, welche die Bedürfnisse Ihrer Kunden über einen langfristigen Zeitraum adressiert!
  • Verändern Sie im Personalwesen Ihr Bewertungssystem, und inzentivieren Sie die Bereitschaft, Risiko zu übernehmen und Experimente zu wagen!
  • Entwerfen Sie ein Geschäftsmodell, das Sie so nah wie möglich an Ihre Kunden heranbringt!
  • Schaffen Sie Geschäftsmöglichkeiten für Ihre Geschäftspartner an verschiedenen Punkten der Wertschöpfungskette! Denken Sie an Plattformdienste für die Lieferanten oder VR für Ihre Händler.

SCHLUSSFOLGERUNG

Wer sein heutiges Ekosystem nicht umbaut, wird morgen vom Markt verdrängt! Manager und Unternehmer sollten im Rahmen der Innovation frei von Emotionen prüfen, ob langjährige Verbindungen zu Lieferanten oder Abnehmern noch zeitgemäß sind. Die Digitalisierung ermöglicht es heute allen Produzenten und Anbietern von Dienstleistungen, direkten Kontakt mit Endkunden aufzunehmen. Wer darauf verzichtet, ist nicht mehr wirklich innovativ.

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Zuletzt aktualisiert am 8. Januar 2021

Autor: Malte Friedrich Olm, MBA und Volljurist, Geschäftsführender Gesellschafter einer Corporate Finance-Beratung.

Erfahrung aus mehr als 30 Jahren bei der Beratung im Kauf und Verkauf von Unternehmen fließen in diese Artikel ein. Jetzt –  während und nach der Coronakrise – dürfte für mutige Manager ein sehr guter Zeitpunkt vorliegen, selbst Unternehmer zu werden. Mut gehört zum Unternehmersein. Wenn Sie von unserer Erfahrung profitieren wollen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf – rufen Sie uns unter 0173-8162124 an!