SCRUMS

‚Scrum‘ ist ein seit etwa 2003 propagiertes Verfahren des Projekt- und Produktmanagements, das ursprünglich aus der Softwareentwicklung stammt, heute sich davon aber gelöst hat. Wesentliches Ziel ist es, komplexe Projekte in kleinere Einheiten (’sprints‘) aufzuteilen, die einfacher zu handhaben sind, und darüber hinaus den Gesamtprozess eines Projektes zu beschleunigen.

Es ist bedauerlich, dass alle dafür verwendeten Begriffe aus dem Englischen stammen, was zu Missverständnissen führt. Wenn vor 30 Jahren der Chef ein Problem schnell gelöst sehen wollte, rief er geeignete Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen zusammen, definierte ein Ziel und ließ die ad-hoc-Arbeitsgruppe zügig einen Vorschlag erarbeiten. Dies ist etwas vereinfacht und institutionalisiert gedacht nichts anderes als ein ’scrum‘.

DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

Theoretisch ist im ’scrum‘ das Reagieren auf Veränderungen wichtiger als die Einhaltung eines Plans, das Individuum wichtiger als der Prozess, ein funktionierendes Ergebnis wichtiger als die umfassende Dokumentation und die Zusammenarbeit mit dem Kunden wichtiger als die Vertragsverhandlungen. In der Praxis hat bei allen diesen Fragen die Geschäftsleitung ein erhebliches Wort mitzureden.

Die (vom Chef akzeptierten) Kundenanforderungen werden in einem ‚product backlog‘ zusammengefasst, das der ‚product owner‘ vertritt. Das Entwicklungsteam von bis zu neun Personen arbeitet in maximal vier Wochen die Teilaufgaben ab, wobei es in der Durchführung frei von äußeren Vorgaben sein soll. Der nicht zur Gruppe gehörende ’scrum master‘ sorgt für die Einhaltung der allgemeinen Regeln des Prozesses.

WAS IST ZU TUN?

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen ein (Innovations-)Projekt haben, das mit hoher Priorität zügig durchgeführt werden muss, testen Sie dieses Verfahren:

  • Stellen Sie sicher, dass am Ende jedes Arbeitsabschnittes die Auswirkung auf das Gesamtprojekt erfasst, sowie das Endergebnis angepasst definiert wird und gehen Sie sofort zum nächsten ’sprint‘ über!
  • Respektieren Sie die Freiheit der ad hoc- Arbeitsgruppe, innerhalb des Arbeitsabschnittes selbst das „Wie“ der Arbeitsweise zu bestimmen!
  • Definieren Sie am Ende eines jeden Arbeitsabschnittes klar, was im nächsten Abschnitt zu verbessern ist (’sprint retrospective‘)!
  • Lassen Sie die Fortschritte auch grafisch dokumentieren und behandeln Sie die Arbeitsergebnisse für alle Teilnehmer transparent!

Wenn die Zeit für die Markteinführung knapp ist, kann es sich lohnen, dieses Vorgehen zu testen: Der Mut dazu wird mit bis zu 33% Zeitersparnis belohnt.

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Zuletzt aktualisiert: 19. März 2020

Autor: Malte Friedrich Olm, MBA und Volljurist, Geschäftsführender Gesellschafter einer Corporate Finance-Beratung