WIE GELINGT ERFOLGREICHE POST MERGER INTEGRATION?

Als Post Merger Integration wird die Eingliederung des gekauften Unternehmens durch das kaufende Unternehmen nach Abschluss und Wirksamwerden des zu Grunde liegenden Kaufvertrages bezeichnet. Die entsprechende Phase beginnt – wenn die Transitionsphase nicht übersprungen wird – drei bis sechs Monate nach diesem Termin. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration ist die stringente Umsetzung der strategischen Idee, welche überhaupt zu der Transaktion führte.

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Viele Unternehmenskäufe scheitern in der Integrationsphase. Diese Bezeichnung ist korrekter als ‚Post Merger Integration‘, denn im rechtlichen Sinne handelt es sich in Europa nur in seltenen Fällen um Fusionen (‚mergers‘), sondern schlicht um Unternehmenskäufe. Die amerikanische Bezeichnung ist auch deshalb unpräzise, weil sie nicht zwischen Transitions- und Integrationsphase unterscheidet. Unmittelbar an den Abschluss des Kaufvertrages schließt sich die Transitionsphase an, während der a) garantiert sein muss, dass das gekaufte Unternehmen sämtlichen rechtlichen Verpflichtungen nachkommt, b) das Funktionieren der Liquiditätsströme gewährleistet sein muss und c) der Verbleib der Leistungsträger des gekauften Unternehmens sicherzustellen ist. Das Überspringen des Transitionsphase führt zu erheblichen Problemen in der Integrationsphase und gefährdet die gesamte Transaktion. Die Wichtigkeit des korrekten und vollständigen Ablaufs einer Transaktion finden Sie hier geschildert.

Was sind die Aufgaben des kaufenden Unternehmens in der auf die Transitionsphase folgenden Integrationsphase? In einem Satz: Es sind die strategischen Ziele, die zu dem Erwerb des Unternehmens führten, umzusetzen. Die Integration ist eine Funktion der strategischen Ziele und kann daher sehr unterschiedliche Gestaltungen annehmen. Wenn z.B. in der Strategiephase durch das kaufende Unternehmen definiert wurde, dass der Unternehmenskauf das technologische Know how verbreitern soll, ist es ein häufig gesehener Fehler, das gekaufte Unternehmen vollständig zu integrieren; es sollte vielmehr einen erheblichen Grad an Unabhängigkeit behalten. Wenn auf der anderen Seite grundlegender Gedanke der Transaktion die Möglichkeiten von Kosteneinsparungen waren, ist eine schnelle, weitgehende Eingliederung des gekauften Unternehmens anzustreben.

DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

Ohne eine gesunde Basis kann die beste Integration nicht gelingen. Legen Sie die Basis für eine gelungene Transaktion, indem Sie

  • nicht überzahlen: Viele Chefs wurden dabei ertappt, im Transaktionsfieber einen zu hohen Kaufpreis gezahlt zu haben!
  • darauf verzichten, auf diesem Wege Kunden zu „kaufen“, es sei denn, sie nutzen M&A, um einen ausländischen Markt zu erobern!
  • Unternehmen mit disruptiven Geschäftsmodellen erwerben: Die verlässlichste Quelle für unerwartetes Wachstum sind disruptive Produkte und Geschäftsmodelle!
  • Unternehmen kaufen, die Sie aus der Falle einer Low Cost Strategie befreien: Wenn Sie die Transaktion nutzen, um sich weiter zu differenzieren und auf der Wertschöpfungskette an einen Punkt zu klettern, wo in Zukunft nachhaltige Margen zu erwirtschaften sind!

WAS IST ZU TUN?

Wie sieht eine überlegene, erfolgreiche Integration im Rahmen eines Unternehmenskaufs aus? 

  • Zunächst muß die Integration des Zielunternehmens überhaupt gehandhabt werden – das passiert gerade bei kleineren und mittleren Akquisitionen seltener als man denkt. Gehen Sie die Integrationsphase also aktiv an!
  • Manager und Unternehmer sollten in dem oben beschriebenen Sinne für eine gelungene Basis der Integration sorgen, ohne welche die Integration nicht gelingen kann!
  • Überspringen Sie nicht die Transitionsphase! Das Haftungsrisiko ist erheblich, wenn Sie nicht schnell nach Abschluss der Unternehmenskaufvertrages für die Einhaltung aller rechtlichen Pflichten im gekauften Unternehmen sorgen!
  • Stellen Sie sicher, dass die handelnden Mitarbeiter (operativ wie leitend) in dieser Phase identisch sind mit jenen, die die strategischen Ziele der Transaktion formulierten. Eine Person sollte durchgängig für die gesamte Transaktion verantwortlich sein – von der Festlegung der strategischen Ziele bis hin zum Abschluss der Integration.
  • Die in der Strategiephase definierten Ziele müssen Leitmotiv für die Integration des gekauften Unternehmens sein! Sollte sich die Eingliederung darauf beschränken, die operativen Systeme des Käufers (z.B. SAP) „auszurollen“, ist die Grundlage für die das Scheitern der gesamten Transaktion gelegt. 
  • Definieren Sie spätestens jetzt, in welchem Umfang das gekaufte Unternehmen eingegliedert werden soll! Oder ist es konform mit dem strategischen Ziel der Transaktion besser, das gekaufte Unternehmen rechtlich und organisatorisch selbstständig zu lassen?
  • Kommunizieren Sie eher zu viel als zu wenig! Gerade wenn das gekaufte Unternehmen voll in das kaufende Unternehmen integriert werden soll, werden Sie die Top-Talente nur halten können, wenn Sie klar vermitteln, inwiefern das neue Unternehmenskonzept dem alten überlegen ist und daher bessere Perspektiven bietet.
  • „Synergies are rarely automatic“. Wenn durch die Transaktion Kosteneinsparungspotentiale gehoben werden sollen, müssen diese schnell und direkt identifiziert und angegangen werden.
  • Change and be prepared to be changed! Wenn die Vertreter des kaufenden Unternehmens nicht bereit sind, sich zu ändern, können sie dies nicht von denen des gekauften Unternehmens erwarten. Ein simples Überstülpen eigener Prozesse und Strukturen führt in der Praxis – dies ist jahrelange Erfahrung – erst zu Ablehnung und dann zum Exodus der Leistungsträger. In Zeiten der Knappheit wichtiger Talente ist dies das größte Risiko der Post Merger Integration und damit der gesamten Transaktion.

SCHLUSSFOLGERUNG

Überlegene Integrationen zeichnen sich folglich a) durch Kontinuität der Verantwortlichen von Beginn der Transaktion an und b) stringentes Umsetzen der in der Strategiephase definierten Ziele aus.

Wenn Sie diese beiden Grundsätze beherzigen und mit den geschilderten (auf Clayton Christensen zurückgehenden) Empfehlungen für das Legen der Basis eines Unternehmenskaufs kombinieren, haben Sie gute Chancen, via M&A durch gelungene Post Merger Integration die Konkurrenz hinter sich zu lassen!

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Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2021

Autor: Malte Friedrich Olm, MBA und Volljurist, Geschäftsführender Gesellschafter einer Corporate Finance-Beratung.

Erfahrung aus mehr als 30 Jahren bei der Beratung im Kauf und Verkauf von Unternehmen fließen in diese Artikel ein. Jetzt –  während und nach der Coronakrise – dürfte für mutige Manager ein sehr guter Zeitpunkt vorliegen, selbst Unternehmer zu werden. Mut gehört zum Unternehmersein. Wenn Sie von unserer Erfahrung profitieren wollen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf – rufen Sie uns unter 0173/8162124 an!